Juvenile Nephropathien - Merkblatt
Was ist JRD?
Juvenile Nephropathien (JRD - von engl.: juvenile renal dysplasia) bilden eine
wichtige Untergruppe der Nierenerkrankungen bei Hunden. Dysplasie ist die krankhafte
Fehlbildung von Zellen bzw. Organen. Bei JRD werden die Nieren in der Gebärmutter
nicht richtig ausgebildet. Zum Zeitpunkt der Geburt weist die Niere unreife Strukturen
auf, die aus undifferenzierten fötalen Zellen bzw. Gewebearten bestehen und
die während der gesamten Lebensdauer des Tieres bestehen bleiben. Aus diesem
Grund erkranken manche Hunde schon als Welpen schwer und versterben im ersten Lebensjahr.
Andere werden erst im weiteren Lebensverlauf krank. Eine Behandlung kann diesen Hunden
helfen, jedoch ist ihre Lebenserwartung aufgrund der Krankheit geringer.
Bei den meisten Hunden mit dieser Mutation bricht die Krankheit nicht aus. Die Tiere
aber, bei denen das aber der Fall ist, geraten in eine ernste und lebensbedrohliche
Situation.
Worauf Sie bei jungen Tieren achten sollten
Die ersten Anzeichen von JRD bei Welpen über 10 Wochen können übermäßiges
Trinken und Urinieren sowie heller (verdünnter) Urin sein. Gehäuft treten
Probleme mit der Stubenreinheit auf.
*WICHTIG*
Bei den meisten Tieren mit
ein oder zwei Kopien dieser Mutation treten geringfügige Defekte der Nieren
auf, die nur mittels Biopsie festgestellt werden können. Diese haben KEINEN
negativen Effekt auf die Gesundheit des Tieres. Die Nieren arbeiten normal und zeigen
einen normalen Befund bei der Grobmessung. Bei einigen fällt auch der Biopsiebefund
negativ aus. Trotzdem können all diese Tiere Nachkommen mit JRD zeugen.
Wenn klinische Fälle auftreten, sind die Befunde meist verheerend und die Tiere
sterben an Nierenversagen im Endstadium.
Wie wird JRD vererbt?
JRD wird “dominant mit unvollständiger Penetranz” vererbt. Das bedeutet,
dass Tiere mit ein oder zwei Kopien der Mutation das Risiko tragen die Krankheit
zu entwickeln und/oder sie zu vererben. Das JRD-Risiko ist
gering, das heißt, dass die meisten Tiere, die Träger oder Homozygot der
Mutation sind, keine klinischen Erscheinungen zeigen.
Welche Erkenntnisse gewinnen Sie aus dem Gentest?
Die DNA-Testergebnisse werden folgendermaßen ausgewertet:
a) Träger (eine Kopie der JRD-Mutation)
b) Homozygotes mutiertes Allel = Homozygot (zwei Kopien der JRD-Mutation)
c) Frei - Keine Kopie der JRD-Mutation vorhanden
Bei a) und b) (siehe oben) ist das Tier möglicherweise von JRD betroffen
oder klinisch normal. Ein klinisch normales Tier kann jedoch die Krankheit auf seinen
Nachwuchs übertragen.
Für Zuchtentscheidungen und -erfolge
SIEHE: Infos zu JRD unter http://www.dogenes.com
In der Zukunft
Ihr großes Ziel ist die Verpaarung genetisch freier Tiere untereinander.
Durch die effektive Nutzung des JRD-Tests und besonnene Zuchtentscheidungen können
Sie JRD aus Ihrem Hundezwinger verbannen ohne den Genpool zu gefährden. Das
geschieht durch die Zucht hin zu Trägern und freien Tieren.